5 Tipps für bewussten Konsum

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Du willst weniger shoppen und dabei Geld sparen? Bingo! In diesem Artikel möchte ich dir 5 Tipps an die Hand geben. Damit schaffst du es, weniger und zielgerichteter einzukaufen. 

Oft finde ich mich im Alltag gespalten zwischen zwei Optionen: Kaufen oder Konsumverzicht?  Komplette Konsumverweigerung ist für mich nicht erstrebenswert. Ich liebe das Gefühl, ein neues Kleidungsstück zum ersten Mal zu tragen und brauche regelmäßig Veränderung in meinem Kleiderschrank.

Aber: Weniger und gezielterer Konsum steuert dem Kaufrausch unserer Konsumgesellschaft entgegen. Minimalismus im Kopf wirkt sich für mich auf meine Arbeit und meinen Lebensstil aus. Ich kann mich besser fokussieren. Das habe ich vor und nach meinen ersten längeren Reisen nach Kuba und Thailand  erkannt. Weniger materielle Dinge in meinem Besitz schaffen Raum für freie Gedanken und geben mir einen Hauch von Freiheit.

1. Dein Kaufverhalten unter der Lupe

Wenn du deinen Konsum bewusst einschränken möchtest, solltest du das Problem an der Wurzel angehen: Deinem Verstand und deiner Empfänglichkeit für Marketing.

Führe über einen Zeitraum von drei Monaten Buch über deine Ausgaben für Lifestylegüter. Bewahre alle Kassenzettel auf und klebe diese in ein Notizbuch. Alternativ kann du deine Konsumausgaben mit der kostenlosen App Haushaltsbuch MoneyControl dokumentieren.

Wirf nach dem Ablauf deiner gesetzten Frist einen Blick in deinen Kleiderschrank. Was davon hast du wirklich gebraucht, weil du zum Beispiel keine einzige schwarze Hose hattest? Was war der Grund für deinen Kauf? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dahinter oft die Überzeugung steht, etwas Neues für einen bestimmten Anlass kaufen zu müssen. Oder ich kaufe mir neue Kleidung als Belohnung für berufliche Erfolge. Sad but true.

2. Das Warum – Der Grund für den Konsumverzicht

Für mich ist Minimalismus kein Trend, der auf Instagram von Influencern mit 100 k Followern und Premiumprodukten beworben wird. Vorrangig geht es für mich darum, meinen negativen Einfluss auf die Erde und die anderen Menschen im kapitalistischen System zu minimieren.

Ein Beispiel: Dieser H&M Pullover aus der H&M Conscious-Kollektion für 14,99 Euro im SALE. 

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Knapp 15 Euro sind extrem wenig für  Stoff/Materialkosten + Arbeitergehalt + Gewinn des Unternehmens. „H&M baut auf die Macht der Masse“, schreibt Wolfgang Uchatius 2010 im Handelsblatt. Heute ist diese Feststellung so aktuell wie vor 7 Jahren. 2016 hatte H&M nach Zahlen von Statista 4.351 Filialen weltweit in 52 Ländern. Das Geschäft mit der billigen Ware funktioniert trotz relativ kleiner Gewinne pro Kleidungsstück durch die Menge des Massenkonsums.

Ich möchte auch zukünftig weitgehend darauf verzichten, bei Zara, H&M & Co einzukaufen. Komplett machbar wird es wahrscheinlich nicht immer sein, da die Basics und Kleidung allgemein unverschämt günstig sind. Trotzdem möchte ich die Teile aus meinem Kleiderschrank auftragen und Neues nach Möglichkeit Vintage kaufen.

Denn: Die Herstellung und der Transport von Billigware ist eingebunden in ein straffes System das auf den größtmöglichen Profit abzielt. Die Arbeitsbedingungen der Fabrikarbeiter in Afrika oder Asien, der negative Einfluss auf die Umwelt durch die Nutzung wertvoller Ressourcen und der durch den Transport entstandene Co2-Ausstoß rechtfertigen es für mich nicht, mich regelmäßig neu einzukleiden und die alte Kleidung ungetragen im Kleiderschrank zu lassen.

3. Klare Ziele setzen

Strategien und Konzepte als Tools schätze ich erst seit einigen Monaten richtig. Davor war ich zwar gut organisiert, hatte aber tausend kreative Ideen und stand vor der Herausforderung, diese umzusetzen.

Eine klare, messbare Zielsetzung hilft mir bei vielen Projekten. Sie kann auch dir dabei helfen, weniger und bewusster zu konsumieren. Die SMART-Methode ist eine simple und effiziente Möglichkeit, um Ziele zu fokussieren. Das Konzept stammt aus dem Projektmanagement. Ausgeschrieben: Specific Measurable Accepted Realistic Time Bound. Bedeutet:

Dein Ziel muss spezifisch formuliert, messbar, für dich erstrebenswert, realistisch zu erreichen und mit einem exakten Datum versehen sein. Starten kannst du so wie ich mit einem Selbstexperiment.

Folgende Fragen können dir dabei helfen:

  • In welchem Bereich willst du deinen Konsum einschränken? (zB. weniger neue Kleidung, Restaurantbesuche, Plastik)
  • Wie lange willst du dir keine neue Kleidung kaufen?
  • Bis wann geht dein Experiment?

Notiere dir ein exaktes Datum und Gedanken zum Zweck deines Vorhabens. Das kannst du analog nur für dich oder auf deinem Blog machen.

4. Nur noch kurz die Welt retten

Gib’s zu: Du willst genauso wie ich die Welt zum Besseren verändern. Ein bisschen wenigstens. Wir Menschen sind aber leider keine geborenen Superhelden mit übermenschlichen Kräften. „Der Idealismus der Jugend ermöglicht die Weisheit des Alters“, hat der Schriftsteller Hans Arndt formuliert. Ideen ohne Aktionen als Folge sind nur Fantasmen. Tatsache ist: Du wirst das kapitalistische System nicht ändern. Das perfekte, gerechte System existiert nur als  Utopie. Aber: Jeder Mensch kann eine Veränderung bewirken. DU bist einer von 7, 44 Milliarden Menschen.

5. Finde deinen Tribe

Ein afrikanisches Sprichwort besagt: „Wenn du schnell gehen willst, geh alleine. Wenn du weit gehen willst, geh mit anderen.“

Eine Vision und ein Visionär ohne eine Community mit ähnlichen Überzeugungen wird nicht viel bewirken und wahrscheinlich aufgeben. Ich komme aus einer kulturarmen Kleinstadt, wo die aufregendsten Ereignisse des Jahres das Volksfest und das Theater der Feuerweh sind. Jetzt wohne ich in einer Großstadt mit einer Fülle an kulturellen Veranstaltungen und vielen Menschen, die durch ihre Ideen, Initiativen und Visionen zu einer pluralen Gesellschaft beitragen.

Für den Austausch rund um bewussten Konsum, Nachhaltigkeit und Umweltschutz kann ich dir Facebookgruppen wie „Konsumkritik und Artverwandtes“ empfehlen.

Der Blog „VIERTEL VOR“ ist für mich die Nummer 1 in Deutschland zum Thema Nachhaltigkeit. Sorgfältig recherchierte Beiträge zeigen zum Beispiel, wie du in kleinen Schritten auf Plastikutensilien in der Küche verzichtest. Interviews mit den Gründern (möglichst) fair produzierender Modelabels und Hintergrundberichte zeigen, wie verdammt sexy Fashion mit gutem Gewissen sein kann.

Radikalität hat auf Dauer noch nie funktioniert

Dass du den Artikel bis hier gelesen hast zeigt, dass du wirklich etwas an deinem Konsumverhalten ändern möchtest. Coolio!

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Ich warne dich aus eigener Erfahrung aber vor Zielsetzungen á la „Ich werde nie wieder neue Kleidung kaufen“ oder „Ab heute wird sich mein kompletter Konsum grundlegend verändern.“ Nachhaltige Veränderungen brauchen Zeit und fangen mit deinem Denken an. Freu‘ dich über die kleinen Erfolge und über das Geld, das du durch einen bewussteren Konsum für zum Beispiel eine Reise gespart hast. Setze dir Ziele und verbinde dich mit Menschen, die ähnlich wie du denken.

Headerfoto: Lynn Boagey, Museum of Hartlepool, via Flickr, gemeinfrei, bearbeitet; Foto 2: Screenshot H&M; Gif: Giphy

3 Gedanken zu “5 Tipps für bewussten Konsum

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