Wir wollen mehr … Minimalismus!

Minimalismus (by Sandra Zendel)

Als ich ein Kind war, zählte ich meine Kleidungsstücke und freute mich über jedes einzelne. Gerade, wenn man noch jünger ist, möchte man von allem mehr: mehr Freunde, mehr Süßigkeiten, mehr Spielsachen, mehr Anziehsachen. Heute bin ich im Kopf zwar immer noch ein Kind, aber sobald ich meine Kleidungsstücke ansehe, wünschte ich, es wären weniger. Heute möchte ich mehr Minimalismus.

Wir wollen … uns nicht einschränken!

Wenn ich sage, dass ich minimalistischer leben möchte, heißt das konkret, dass ich mich mehr am Minimalismus orientieren will. Meiner Meinung nach hat jede extreme Lebensweise ihre Vor- und Nachteile, also liegt es an uns, die guten Aspekte verschiedener Strömungen herauszupicken und somit unseren eigenen Lebensstil zu erschaffen. Es gibt Bereiche, in denen ich mich nicht verkleinern möchte – Stichwort Schuhe. Ich brauche einfach eine gewisse Auswahl an Sneakern, um mich wohlzufühlen. Ich liebe es, mich an einem freien Samstagnachmittag um meine Schuhsammlung zu kümmern, sie mit Lederpflege zu verschönern und weiße Schuhe wieder zum Strahlen zu bringen. Trotzdem habe ich meine Kollektion bereits verkleinert: weil ich gemerkt habe, dass mir ein Paar Adidas NMDs lieber ist als fünf Paar Schuhe von H&M.

Wir wollen … minimieren!

Es gibt auch Bereiche, die ich unbedingt verkleinern möchte. Wozu brauche ich fünf Mascaras, wenn ich nur zwei Augen habe? Oder zehn Lippenstifte, wenn es nur einen Mund gibt? Seine Make-Up Sammlung zu minimieren ist langwierig und nervig. Bereits benutzte Produkte möchte man ungern weiterverschenken und oft scheint es, dass trotz täglichem Gebrauch kein Ende des Puders in Sicht ist. Hier zeigt es sich besonders gut: Minimalismus ist für mich ein Prozess. Mit jedem aufgebrauchten Utensil fühle ich mich ein kleines Stückchen besser. Manchmal werde ich rückfällig und bestelle doch wieder bei Douglas, aber von so kleinen Ausrutschern muss man sich nicht unterkriegen lassen.

Wir wollen … perfektionieren!

Der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit liegt doch auch irgendwie darin, dass wir Dinge finden, die perfekt zu uns passen. Wenn ich beim Shoppen nun also das optimale weiße Basic-Shirt finde, wie es mir neulich bei Peek&Cloppenburg ergangen ist, nehme ich es mit, obwohl ich schon vier andere zuhause habe. Denn: das perfekte Shirt kann vier andere locker ersetzen. Was man mit den aussortierten und überflüssig gewordenen Kleidungsstücken dann tun kann, wird in einem anderen Blogpost folgen.

Wir wollen … nicht mehr zählen!

Es gibt Varianten des Minimalismus, in denen man nur eine gewisse Anzahl an Dingen besitzen darf. Dadurch würde ich mich persönlich mehr eingeschränkt als befreit fühlen, denn sobald ich etwas zählen muss, fehlt mir der innere Bezug. Ich glaube, dass ich sofort erkennen werde, wenn ich die perfekte Anzahl an etwas erreicht habe, wobei die bloße Ziffer dann egal ist. So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Es gibt wahrscheinlich kaum einen stumpferen, abgenutzteren Satz und doch ist er irgendwie mein neues Mantra geworden. Derzeit habe ich das Gefühl, zu viel zu besitzen und doch fehlen mir noch bestimmte Dinge. Hoffentlich kann ich das bald ändern. Denn ich will mehr Minimalismus!

Header-Foto: Sandra Zendel

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