Karriereverweigerung mit Köpfchen

Unangepasst-Arbeit-ist-nicht-unser-Leben-Buch-Faßmann

“ Arbeit soll unsere Religion sein. Doch Fleiß und Anpassung machen weder reich noch glücklich. Vor allem junge Menschen fragen angesichts prekärer Jobverhältnisse und einer unsicheren Zukunft: Ist es richtig, sich ständig selbst auszubeuten? Gibt es keine Alternative zu Karrierewahn und Turbo-Kapitalismus und vor allem: Kommt da noch was? – Auszug aus „Arbeit ist nicht unser Leben“,  Klappentext

Die Journalistin Alix Faßmann ist Ende Zwanzig, als sie die Top-Karriere als Politikberaterin bei der SPD hinschmeißt. Einen gut bezahlten Job, der sich nach anfänglichem Enthusiasmus aber als sinnlose, stumpfe Beschäftigung herausstellt.

Von ihrem Ersparten kauft sie sich ein klappriges Wohnmobil und reist damit alleine nach Italien. Schnell wird sie damit konfrontiert, was es heißt, aus dem System zu fallen. Kein Geld für Essen mehr zu haben, wenn die Einnahmen aus der Untermiete verbraucht sind, den bestellten Cappuccino im Café nicht selbstverständlich  bezahlen zu können.Als das Geld alle ist, führt Faßmanns Reise sie als Erntehelferin auf eine italienische Olivenfarm. Nach ihrem fulminanten Ausstieg aus der Arbeitswelt, steigt Faßmann als Redakteurin beim Berliner Kurier wieder ein. Der Deal: Ein Job für den sie nicht brennen muss.

 Impulse für die eigene Lebensgestaltung

„Arbeit ist nicht unser Leben“ ist mehr als eine Geschichte mit autobiographischen Einflüssen. Es ist eine realistische Auseinandersetzung mit Arbeit und Karriere. Der demographische Wandel ist längst nicht mehr zu ignorieren. Die Gesellschaft altert, das deutsche Rentensystem wackelt und wir wissen jetzt schon, dass das bestehende so in 50 Jahren nicht funktionieren kann. Dass harte Arbeit zu einem stabilen Einkommen und dem beruflichen Aufstieg führt, bleibt für viele ein Traum. Leiharbeit, befristete Arbeitsverträge, minder bezahlte Praktika sind Schlüsselbegriffe für die Arbeitswelt der Generation Y.

Wer wegen dem provokanten Untertitel „Anleitung zur Karriereverweigerung“ eine tatsächliche Anleitung  zur Karriereverweigerung erwartet, wird  enttäuscht. Das Buch bietet keine konkreten Lösungsansätze für ein Leben ohne 9-to-5-Job. Dafür aber viele Impulse für die eigene Arbeitsgestaltung. Alternativen wie das bedingungslose Grundeinkommen werden kurz angeschnitten, die Auseinandersetzung bleibt aber oberflächlich.

Treffende, pointierte Aussagen verbunden mit einer persönlichen Geschichte machen „Arbeit ist nicht unser Leben“ dennoch  zu einem lesenswerten Buch, das sich flüssig liest. Authentisch, ehrlich und ohne Zauberformel findet hier jeder die Ingredienzen, um sich eine eigene Auffassung von Arbeit und den Sinn des Jobs zu kredenzen. An Denkanstößen mangelt es nicht, aber:

„Für eine echte Rebellion und Gesellschaftsumstrukturierung ist Generation Y in der Regel nämlich auch zu angepasst und bequem“- Amazon-Rezensentin Athene.

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