#WagEs aus der Reihe zu tanzen

Unangepasst-WagEs-Selbstverwirklichung-Blog

Meine Generation hat ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten nach dem Abitur. Ausbildung oder Studium? Klingt zunächst simpel. Ist es aber nicht. Biomedizinische Wissenschaft, Gender Studies oder Vergleichende Literaturwissenschaft sind drei von vielen Studiengängen, die es vor 50 Jahren noch nicht gab. Die moderne Berufswelt verändert sich schnell und unerbittlich, in vielen Fällen nicht unbedingt zum Guten. Der Arbeiter von heute muss viele Fähigkeiten besitzen und hohe Anforderungen erfüllen. Lücken im Lebenslauf und die Möglichkeit zu Scheitern sind verpönt.

„Journalismus druckt das ab, was jemand anderes nicht abgedruckt sehen möchte. Alles andere ist PR“ -George Orwell

Ich habe mich bewusst für ein geisteswissenschaftliches Studium entschieden. Etwas anderes kam für mich nicht in Frage. Ich liebe es, Texte zu lesen, mich in komplexe Themen einzuarbeiten, Fakten zu recherchieren, zu schreiben und kreativ zu sein. Es macht mir Spaß, Menschen zu neuen Gedankengängen zu inspirieren und neue Impulse zu setzen.

Seit der ersten Klasse will ich Journalistin werden.Ich möchte mir spannende Geschichten anhören und Menschen eine Stimme geben, die sonst nie gehört werden. Das Berufsbild des Journalisten hat sich in den letzten neun Jahren rasant entwickelt. Printprodukte werden zum Medium für Liebhaber, Online ist das große Ding. Ich gehöre zur ersten Generation der Digital Natives. Das Internet ist gemeinsam mit mir gewachsen. Damit ist leider auch der Kampf um die Klicks entbrannt. Onlineredaktionen sind abhängig von Social Media-Algorithmen, Qualität bemisst sich nicht an der Schreibe und Ausdrucksweise des Redakteurs, sondern sehr oft an der Zahl der Aufrufe. Zeit, alternative Wege zu gehen, um Texte und Projekte zu realisieren, die ich in einer Onlineredaktion niemals verwirklichen könnte.

Unangepasst – Ein Blog, ein Statement

Konsumkritische Blogs mit nachhaltigen und sozialen Themen sind  rar, weil man damit nichts oder nur wenig verdient. Kritische Stimmen, die gegen starre Strukturen und gesellschaftliche Zwänge rebellieren, kann die Bloggerwelt definitiv niemals genug haben. Ein Blog wie Unangepasst hat gefehlt.Am 29. Februar dieses Jahres ging der gemeinsame Blog von mir und meiner besten Freundin Lisa online. Mit nachdenklichen, humorvollen und überspitzten Texten wollen wir einen digitalen Raum für die Auseinandersetzung mit unserer Generation und der Gesellschaft schaffen.

Es ist nicht einfach, etwas eigenes zu gründen und aufzubauen. Ein Blog, der gelesen wird, braucht Geduld, Durchhaltevermögen und thematische Substanz. Man muss an seiner Idee festhalten, obwohl man lieber eine kinky Affäre mit anderen Themen hätte. Die innere Überzeugung, es mit einer Rebellion gegen die scheinbar perfekten, vermarkteten Influencern mit 500k+-Instagramfollowern zu versuchen. Unangepasst wächst mit jedem neuen Beitrag, Kommentar und jedem neuen Follower.

Selbstverwirklichung hat für mich viele Facetten. Arbeit mit Sinn, die mich fordert, über meinen eigenen Horizont blicken lässt. Dazu zwingt, nie damit aufzuhören, neues zu lernen und mein Gehirn zu benutzen. Eine innere Balance gibt. Etwas hinterlässt, das eine positive Veränderung in der Welt herbeiführt. Von anderen lernen zu können und Wissen weiterzugeben, anstatt einen Wettbewerb um den besten Abschluss, den besten Job und das höchste Gehalt auszutragen.

Wenn ich mir die Sinnfrage stelle, sagt mir meine Innerstes: Du bist auf dem richtigen Weg. Glück bedeutet für mich die Freiheit, aus der Reihe tanzen zu dürfen.

 Das Blogazine Fielfalt setzt sich ein für Female Empowerment. Dieser Beitrag ist im Rahmen der Blogparade #WagEs entstanden. Du willst mitmachen? Bis zum 31. August kannst du hier teilnehmen.

Ein Gedanke zu “#WagEs aus der Reihe zu tanzen

  1. Man merkt total, dass du das Schreiben liebst und ich liebe dein Herzblut und die Euphorie dich für das Gute einzusetzen, die man zwischen den Zeilen lesen kann. Bitte bewahre dir das. Bitte.
    Ich sehe leider so oft, dass Menschen für etwas Brennen und dann nach zwei Jahren im Berufsleben plötzlich wie die Zombies herumlaufen und es doch sicherer finden, etwas zu arbeiten was sie gar nicht wollten, anstatt in der Unsicherheit ihre Träume zu jagen. Du wirst eine fantastische Journalistin.
    Selbstverwirklichung ist für mich, meine Träume zu verfolgen und mich ständig weiterzuentwickeln. Es ist zu entscheiden, was und wo ich arbeite und wie ich mein Leben gestalte. Ich liebe es zu lernen und ein Job wo ich immer nur das Selbe mache, ist echt schlimm. Ich überlege mir derzeit Alternativen, weil mich ein normales Angestelltenverhältnis auf Dauer nicht glücklich macht. Stagnation macht mir Depressionen. Ich brauch ständige Veränderung und ein bisschen Weiterentwicklung. Journalismus ist ein Traumberuf, weil man …zumindest wenn man als freier Journalist… frei ist. Allerdings ist es auch ein harter Beruf und im Journalismus schreckte mich immer ab, dass man das schreiben muss, was die Leser haben wollen und eher wenig Interesse an wirklicher Qualität herrscht. In letzter Zeit denke ich jedoch immer mehr darüber nach, wie viele Themen es eigentlich beim Journalismus gibt. Das war mir nie so bewusst. Von Musikzeitschriften bis hin zum Haustierblatt, Ich denke die Arbeit als Journalist ist hart, besonders wenn man schreiben will, was man selbst für richtig hält, aber nicht unmöglich, wenn man das nötige Talent und Ausdauer hat. Ich liebe das Schreiben und mein Plan ist es, mir nebenberuflich zumindest soviel aufzubauen, dass es mir Freiheiten verschafft, das auszuleben, was im Berufsleben zu kurz kommt, wie Wissensdurst und Schreiben. Wie ich das genau anstelle weiß ich noch nicht. Es soll mit dem Schreiben zu tun haben, vielleicht schreibe ich ein Buch, oder versuch mich als Journalistin oder wer weiß 😉

    Liebe Grüße, Anja

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